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bergen: Eine performative Lesung

Performative Lesung für 12 Stimmen von Daniela Keiser innerhalb der Installation „Wechselstuben“ von Michael Beutler am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin
25. September 2015, 19 Uhr (bis ca. 20 Uhr)
Ecke Almstadtstraße/Rosa-Luxemburg-Straße

L40_Skulpturenprojekt_Michael-Beutler_04

Autorin: Nadine Olonetzky
Künstlerin: Daniela Keiser
Lesende: Urs Aeschbach, Verena Busche, Tom Gräbe, Nike Hinsberg, Judith Kuckart, Maren Lübke-Tidow, Yves Mettler, Andine Müller, Natalie Prinz, Christine Rüb, Vito Sack, Miriam Wiesel

Einen öffentlichen Raum für Autobiografisches frei zu setzen und eine authentische Stimmung in der Verbindung zwischen Objekt, Bild, Text und Umgebung zu schaffen: Dieses Anliegen liegt dem Projekt „bergen“ zugrunde.
Innerhalb der offen angelegten Installation von Michael Beutler sind Sprechstimmen aus unterschiedlichen Generationen zu hören. Ein Dutzend Menschen lesen aus einem aufgeschlagenen Buch die eine und selbe Autobiografie der Autorin Nadine Olonetzky*.

Die Lesenden stehen innerhalb der Installation. Sie befinden sich nahe bei einer Wand, in einem Winkel, gegen eine Wand, ohne jedoch die Architektur zu berühren. Orte des Rückzugs, der Konzentration und nicht des großen Referierens sind für die Positionierung ausschlaggebend. Alle beginnen mit dem Text zur selben Zeit jedoch an unterschiedlichen Einsatzstellen. Dadurch wird es möglich die Chronologie der Geschichte also die Zeitordnung der autobiografischen Folge zu hinterfragen und in die Gegenwart zu hohlen. Die unterschiedlichen Lesetempi führen dazu, dass jede Stimme zu einem anderen Zeitpunkt endet und autonom wahrgenommen werden kann. Besucher und Besucherinnen bewegen sich frei innerhalb der Installation. Diese Aufführung findet nur einmal und an diesem Ort statt.

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*Ausgangslage für dieses Buchprojekt war ein Atelierbesuch der Autorin zu einem Zeitpunkt, als die Künstlerin Daniela Keiser gerade die ersten Fotografien aus „bergen“ ausgewählt hatte. Davon inspiriert, verfasste die Autorin einen Text zu ihrer Familiengeschichte, in dem sich Nachkriegsbilder und Kindheitserinnerungen vermischen. In den vergangenen Jahren hat Daniela Keiser diese Trümmer-Hügel immer wieder aufgesucht, um den Alltag zu fotografieren. Die Berge in der Umgebung von Berlin sind keine Berge, sondern humusarme Hügel, durchzogen von Armierungseisen, Backsteinen und anderem Schutt. Sie stammen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute werden diese Erhebungen für Freizeitaktivitäten genutzt. Kinder lassen ihre Drachen steigen, Jugendliche und Erwachsene meditieren oder entspannen sich hier.

Eine Co-Produktion zwischen dem Verein zur Förderung von Kunst und Kultur L40 und Janine Sack, mit Unterstützung des Verlags The Green Box.

www.rosa-luxemburg-platz.net    www.thegreenbox.net

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